Warum ein 30-Sekunden-Clip nicht automatisch günstig ist
Die sichtbare Länge ist nur das Endprodukt. Vorher müssen Botschaft, Zielgruppe, Hook, Ablauf, Personen, Drehort, Kamera, Licht, Ton, Grafiken, Untertitel und Freigaben organisiert werden. Ein kurzer Clip kann deshalb aufwendiger sein als ein längeres, einfach gefilmtes Gespräch.
Für eine belastbare Kalkulation sollte nicht nur gefragt werden, was ein Video kostet, sondern wie viele eigenständige Inhalte und Varianten aus der Produktion entstehen und wie lange diese kommunikativ genutzt werden können.
Die wichtigsten Kostentreiber
- Konzept und redaktionelle Vorbereitung
- Anzahl Drehtage, Locations und Protagonisten
- Grösse von Kamera-, Licht-, Ton- und Produktionscrew
- Inszenierung, Setbau, Styling, Requisiten oder Bewilligungen
- Anzahl Clips, Längen, Seitenverhältnisse und Sprachversionen
- Untertitel, Motion Design, Animation, Sounddesign und Color Grading
- Anzahl Feedback- und Freigaberunden
- Rechte für Musik, Sprecher, Darstellende und Medien
Einzelvideo, Content Day oder Pilot?
Ein Einzelvideo kann sinnvoll sein, wenn es eine klar begrenzte Aufgabe erfüllt. Sobald mehrere Themen oder regelmässige Kommunikation vorgesehen sind, ist ein gebündelter Content Day meist effizienter. Personen, Technik und Location werden einmal organisiert, während mehrere Clips entstehen.
Ein Social-Media-Pilot geht einen Schritt weiter: Er testet nicht nur die Produktion, sondern auch Themen, Rubriken und eine visuelle Linie. Dadurch lässt sich anschliessend besser beurteilen, welcher Rhythmus und welche Formate dauerhaft sinnvoll sind.
Wie eine gute Offerte vergleichbar wird
- Welche Leistungen sind in Konzeption und Vorbereitung enthalten?
- Wie viele Drehtage und Crewmitglieder sind vorgesehen?
- Wie viele fertige Clips und Versionen werden geliefert?
- Sind Untertitel, Musik, Sounddesign und Color Grading enthalten?
- Welche Nutzungsrechte sind berücksichtigt?
- Wie viele Korrekturrunden sind eingeplant?
- Wie erfolgt die Datenübergabe und Archivierung?
Der wirtschaftlichere Blick
Die günstigste Einzelposition ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung. Relevant ist, ob der produzierte Content zur Marke passt, wiederverwendbar ist und intern tatsächlich veröffentlicht werden kann.
Eine klar geplante Produktion mit mehreren eigenständigen Clips kann einen höheren Projektpreis haben, aber pro nutzbarem Inhalt deutlich effizienter sein als viele spontane Einzelaufträge ohne gemeinsame Linie.